Das LBO auf dem Weg nach Kerkrade

Bildquelle: UNICEF

Bereits die letzten Jahre standen unter dem Motto „Unser Weg nach Kerkrade“. Sie waren gepflastert mit persönlichen und musikalischen Highlights wie der Teilnahme an der WASBE-Konferenz in San José, Kalifornien, im Jahr 2015 oder der Teilnahme an der Europameisterschaft für Blasorchester im letzten Jahr in Utrecht. Nun steht dieses Jahr der WMC in Kerkrade an, die Weltmeisterschaft für Blasorchester, bei der sich im vierjährigen Turnus die besten Blasorchester der Welt miteinander messen.

Musikalisch betrachtet war die Vorbereitung auf den WMC, an dem das LBO nach den erfolgreichen Teilnahmen 2005 und 2009 unter der damaligen Chefdirigentin Isabelle Ruf-Weber nun zum ersten Mal mit dem aktuellen Chefdirigenten Björn Bus teilnimmt, schon immer aufwändig. Die Teilnahme erfordert spezielle Literatur auf höchstem Niveau, gerne mit einer gewissen Aktualität, gerne auch ein bisschen ausgefallen. Die benötigten Sonderinstrumente müssen gefunden, solistische Parts organisiert werden, die Besetzung in den eigenen Reihen muss stehen. Organisatorische und logistische Fragen und nicht zuletzt das Finanzielle müssen geklärt werden, nicht zu vergessen das Üben und Proben.

Der WMC sucht den X-Faktor

Ab diesem Jahr gibt es eine zusätzliche Herausforderung für die Orchester, die für eine Teilnahme in der Konzertklasse des WMC eingeladen wurden: Der WMC sucht den X-Faktor! Um dem Wandel in der Gesellschaft gerecht zu werden, bei dem der Fokus zunehmend auf Unterhaltung und Erlebnis liegt, sollen neue Wege gefunden werden, auch anspruchsvolle Musik für das Publikum greifbarer zu machen. Darum wurde eine einschneidende Änderung des Reglements in der Konzertklasse beschlossen. Das Pflichtstück wurde gestrichen, um dem Konzept des Programms mehr Entfaltungsspielraum zu geben. Obwohl natürlich weiterhin die musikalische Umsetzung im Vordergrund bleibt, bildet nun die Kommunikation mit dem Publikum einen weiteren Schwerpunkt in der Bewertung. Das spiegelt sich auch in der neu gestalteten Zusammensetzung der Jury wider, in der neben dem Jurypräsidenten, einem namhaften Blasorchesterdirigenten, einem Dirigenten symphonischer Musik, einem Komponisten und einem Bläsersolisten auch ein Regisseur oder Produzent der Theater-, Musical- oder Opernwelt jeweils seine eigenen fachspezifischen Kriterien beurteilen soll.

Natürlich soll die Musik, deren Umsetzung und die damit verbundenen Kategorien wie Programmauswahl, Interpretation, emotionaler Gehalt, Innovation und Stimmigkeit des Auftritts weiterhin im Vordergrund stehen. Und obwohl die Inszenierung lediglich dienenden Charakter haben soll, erfordert das Einbeziehen und die Mitbewertung außermusikalischer Gestaltungselemente wie Text, Bild, Tanz, Theater, Requisiten und Bühnentechnik eine ganz neue Dimension der Planung.

Bildquelle: UNICEF

So wurde dann im Landesblasorchester frühzeitig eine Planungsgruppe gegründet, in die sich alle Interessierten einbringen konnten. Schnell entstand der Wunsch, den Wettbewerbsvortrag als in sich geschlossenes Themenkonzert zu gestalten, basierend auf dem Hauptwerk Die Gärten der Hesperiden von José Suner Oriola, das eine der Herakleserzählungen der griechischen Antike thematisiert, in der es um Verrat, Gewalt und Flucht geht.

Es soll nun der Versuch unternommen werden, einen aktuellen Bezug zur heutigen Zeit herzustellen. Neben Oriolas Gärten der Hesperiden soll unter anderem Carl Nielsens Werk Pan und Syrinx die Geschichte von Kindern in Notsituationen erzählen, die überall auf der Welt Schreckliches erfahren müssen, die aus ihrer heilen Welt gerissen werden, Gewalt und Armut erleben, ihre Heimat verlieren, Krieg, Not, Vertreibung und Flucht erdulden müssen, die aber, auch mit Hilfe der Musik, den Sprung in ein neues Leben wagen. Als Kooperationspartner für dieses Herzensprojekt konnte das Landesblasorchester die Kinderhilfsorganisation UNICEF gewinnen.


 

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Erleben Sie, was das Landesblasorchester Baden-Württemberg so sympathisch und menschlich macht und warum die Symbiose aus Hobby- und Profimusikern einen ganz besonderen Klang zutage fördert.

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