Logo in Sound – Kompositionswettbewerb

Im Jahr 2018 feiert das Landesblasorchester Baden-Württemberg (LBO) sein 40-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass erscheint das Orchester in neuem Gewand: Das Logo und das gesamte Erscheinungsbild werden erneuert.

Der Musik und seinen Werten bleibt das LBO aber treu: Es möchte mit seiner Musik die Menschen erreichen und Emotionen wecken. Das neue Logo des LBO versinnbildlicht dies. Die neue Farbgebung ist geprägt von der Farbe Rot. Denn diese steht für Liebe, Leidenschaft und Herz(-blut). Die unterschiedlich warmen Rottöne spiegeln dabei den Facettenreichtum des LBO wider und belegen die vielschichtigen Wahrnehmungsebenen der Musik. Insgesamt ist das Logo nicht statisch, sondern seine schwungvollen Linien vermitteln den Eindruck von Bewegung und Rhythmus. Die unterschiedlich ausgeprägten Ober- und Unterlängen des Logos ergeben Höhen und Tiefen, wie auch die Musik durch unterschiedliche Tonfolgen gekennzeichnet ist. Und nicht zuletzt bekennt sich das LBO stolz zu seiner Heimat.


Mehr erfahren

LBO ist Vizeweltmeister

Das Landesblasorchester Baden-Württemberg erspielte unter der Leitung seines niederländischen Dirigenten Björn Bus am vergangenen Sonntag beim World Music Contest in Kerkrade, Niederlande, mit 96,00 Punkten eine Goldmedaille und wurde mit dieser Punktzahl Vizeweltmeister. Der WMC ist die Weltmeisterschaft für sinfonische Blasmusik, zu der das LBO eingeladen wurde, um in der höchsten Konzertklasse, der Harmony Concert Division, am Wettbewerb teilzunehmen.

Mit einem emotionalen Programm konnte das LBO sowohl die Jury als auch das sichtlich gerührte Publikum überzeugen. Da in diesem Jahr erstmals ein neues Bewertungssystem eingeführt wurde, bei dem der X-Faktor gesucht wurde, führte das süddeutsche Ensemble ein Gesamtkunstwerk auf. Unter dem Leitsatz „Jedes Kind dieser Welt hat ein Recht auf Zukunft“ wurde auf das Leid und die Not von Kindern und Jugendlichen in der ganzen Welt aufmerksam gemacht. Mit Hilfe von sorgfältig ausgewählten Bildern, die parallel zum Konzert hinter dem Orchester projiziert wurden, wurde das musikalische Programm zu einer beeindruckenden Botschaft.

Sehr eindrucksvoll führten die Schlagwerker mit dem perkussiven, eigens für den Wettbewerb geschriebenen „Middle East Raid“ (Eckhard Stromer) ins Thema ein. Schnelle Bilderfolgen zeigten dazu dem Betrachter Konfliktsituationen aus aller Welt. Anschließend beschrieb Corinna Henger zart und ausdrucksvoll mit dem virtuosen Flötensolo „Syrinx“ (Claude Debussy) die „heile Welt“, das nahtlos in Carl Nielsens „Pan und Syrinx, op. 49“ mündete. Lyrische Teile darin erinnerten an die heile Welt, aber die Musik ließ auch schon drohendes Unheil vernehmen. Mit Salvador Brotons‘ „Rebroll (Rebirth)“ steigerte sich die Inszenierung ins Unermessliche. Passend dazu Bilder von Krieg und Zerstörung. Danach folgte das Hauptwerk „El jardin de las Hespérides“ (José Suñer Oriola). Die Musik untermalte hier perfekt die Bilder zu Heimat, Sehnsucht, Flucht, aber auch Ankunft und Hoffnung.

Nach dem 45-minütigen Programm (hier nochmal anzuschauen) entlud sich die Spannung des internationalen Fachpublikums in einem langanhaltenden Applaus. Als der letzte Schlusston verklang, hielt die vollbesetzte Rodahal in Kerkrade jedoch zunächst eine halbe Minute inne, um anschließend die Stille mit Beifall im Stehen und „Bravo“-Rufen zu brechen. Der Dirigent Björn Bus kommentierte das beste Abschneiden eines deutschen Orchesters beim WMC mit „unwirklich“ und lobte bereits nach dem Aufritt sein Orchester, auf das er „mächtig stolz“ ist. Zudem erreichte sein Orchester den zweiten Platz in der Gesamtwertung mit nur geringen 0,5 Punkten Abstand zum ersten Platz. Die eineinhalb Jahre Planung voller leidenschaftlicher Hingabe und unermüdlichem Einsatz der Orchestermitglieder und vor allem seines Dirigenten waren somit ein voller Erfolg, der die internationale Reputation des Landesblasorchesters bravourös bestärkt.