Das 1978 vom BVBW gegründete Landesblasorchester präsentiert sich seit seinem Bestehen als eines der erfolgreichsten sinfonischen Blasorchester Deutschlands. Seine 80 Musikerinnen und Musiker kommen größtenteils aus ganz Baden-Württemberg. Durch sein hohes musikalisches Niveau hat sich das Orchester in den letzten Jahren zu einer der gefragtesten Adressen für hochqualifizierte und engagierte Musikerinnen und Musiker entwickelt. An vier Wochenenden pro Jahr erarbeitet das Orchester in intensiven Proben anstehende Konzertprogramme. Das Repertoire umfasst Originalkompositionen und Bearbeitungen klassischer Werke. Uraufführungen und kammermusikalische Besetzungen sind ebenso Bestandteil des jährlichen Programms. Zahlreiche internationale Preise und CD-Produktionen dokumentieren die besondere Qualität des Orchesters.
Jüngster Erfolg war ein erster Preis in Gold mit Auszeichnung in der Konzertklasse beim World Music Contest 2005 (WMC) in Kerkrade/NL. In der Gesamtplatzierung belegt das LBO mit seiner Chefdirigentin Isabelle Ruf-Weber den 4. Platz und ist damit so erfolgreich wie kein deutsches Orchester zuvor.
Bundes- und Landesmusikdirektor Helmut Haase-Altendorf und Prof. Richard Zettler hatten in den 70er Jahren die Idee, ein Orchester zu gründen, in dem gute und engagierte Musiker aus allen Musikvereinen Baden-Württembergs zusammen kommen sollten. Dieses Orchester sollte dazu beitragen, wertvolle symphonische Blasorchesterliteratur zu pflegen und Komponisten originaler Blasmusik ein Forum zu geben. Zugleich sollte es Vorbild für über 2300 Amateurmusiker im Land werden und eine wichtige Multiplikatorenfunktion erfüllen. Damit war das LBO auch als Repräsentationsorchester des Landes gedacht.
Mit Hilfe des damaligen Landtagspräsidenten und Präsidenten des BVBW, Prof. Erich Ganzenmüller, konnte das Orchester im Jahre 1978 gegründet werden. Nach einem Aufruf im damaligen offiziellen Presseorgan des Verbandes konnten sich interessierte Musiker zu einem Vorspiel melden. Ab 07.10.1978 fanden dann regelmäßig in vierzehntägigem Rhythmus Proben in der Gemeindehalle Aldingen statt. Die Leitung übernahmen Helmut Haase-Altendorf und Prof. Richard Zettler.
Der erste öffentliche Auftritt erfolgte kurz nach der Gründung am 11.11.1978 aus Anlass des 25-jährigen Bestehens des Landtags von Baden-Württemberg. Das erste Konzert folgte am 07.06.1980 in Böblingen.
Im August 1984 bekam das LBO eine eigene Satzung, in der Aufgaben und Kompetenzen im Orchester festgelegt wurden. Ein Jahr später wurden die Samstagsproben durch Probenwochenenden ersetzt. 1985 wurde mit einem Vorspiel der Leistungsstand des kompletten Orchesters überprüft.
Ab 1986 übernahm Harry D. Bath den Dirigentenstab und damit erstmals nicht mehr der Landesmusikdirektor. Er konnte die Leistung des Orchesters binnen kürzester Zeit steigern und formte das Orchester während seiner 10-jährigen Schaffenszeit zu einem beeindruckenden Klangkörper. Er führte es zu internationalem Ansehen, unter anderem zur Vize-Europameisterschaft in Kerkrade/Holland.
1995 war Franco Cesarini zu Gast beim LBO und dirigierte vor allem seine eigenen Kompositionen und Transkriptionen in zwei Konzerten. Harry D. Bath förderte die Zusammenarbeit mit dem Komponisten Rolf Rudin, von dem das Orchester einige Werke uraufführen durfte. In der Ära Bath wurden außerdem mehrere Auslandsreisen unternommen: nach England, Frankreich und Holland, sowie eine Deutschlandtournee. Seit der Fertigstellung des Anbaus der BVBW-eigenen Musikakademie in Kürnbach, ist dies die ständige Probenadresse des LBOs mit zwei Probenwochenenden pro Halbjahr und anschließenden Konzerten im ganzen Land.
1997 übernahm Heinz Friesen den Taktstock. Leider dauerte diese Leitung wegen seiner anderweitigen beruflichen Verpflichtungen nur knapp ein Jahr. Dem schlossen sich 3½ Jahre erfolgreiche Arbeit unter Walter Ratzek an, in denen weitere Auszeichnungen errungen wurden. Ab Sommer 2001 arbeitete das Orchester mit diversen Gastdirigenten zusammen: Johan de Meij, Philipp Kufner, Wolfgang Wössner, Isabelle Ruf-Weber und Bernhard Volk. Dies war für die Orchestermitglieder eine sehr lehrreiche und eindrucksvolle Zeit.
Seit 2004 ist das Landesblasorchester wieder "in festen Händen". Mit der Schweizer Dirigentin Isabelle Ruf-Weber setzt das LBO wieder auf Kontinuität. Spielfreude und Musikalität stehen im Zentrum ihrer Orchesterarbeit. Vorläufiger Höhepunkt ist dabei der vierte Platz in der Konzertklasse beim Weltmusikwettbewerb (WMC) in Kerkrade vom Juli 2005.
Die Idee der Multiplikatorenfunktion ist aufgegangen. Viele aktive und auch ehemalige LBO-Musiker sind oder waren Dirigenten und Ausbilder in den Musikvereinen und Blasorchestern in Baden-Württemberg. Sie bringen dort Ihre prägenden Erfahrungen vom LBO in Ihre tägliche Arbeit mit ein. Viele Kompositionen, die auf dem Konzertprogramm des LBOs vor 10-15 Jahren standen, gehören heute zum festen Konzertrepertoire guter Orchester im Land. Besonders zu erwähnen ist, dass z.B. mit Wolfgang Wössner und Bernhard Volk bereits ehemalige Musiker als äußerst kompetente Gastdirigenten zum LBO zurückgekehrt sind.
Auch in Zukunft wird das Landesblasorchester seinen Gründungszielen treu bleiben und der Interpretation symphonischer Blasmusik in Deutschland verpflichtet bleiben.